Häufige Fragen zum Gesangsunterricht

Ab welchem Alter können Kinder Gesangsunterricht nehmen?
Es ist nichts Natürlicheres für ein Kind als zu singen. Worauf man jedoch achten sollte, ist der Spaß an der Musik und das bewusste Vermitteln von positiven Erfahrungen. Gesang kann einer Kinderstimme nicht schaden. Vorsichtig sollte man mit zu strengem oder einseitigem Unterricht sein. Singen bedeutet, seine Seele aus dem Körper heraus zu lassen und zu ihr zu stehen. Besonders Kinder sind in ihren ersten Erfahrungen mit Gesang sehr verwundbar. Daher sollte man nach kreativen und einfühlsamen Pädagogen Ausschau halten, die keinen Leistungsdruck aufbauen und junge Stimmen auf natürliche Art wachsen lassen.

Schadet Chorsingen der Stimme?
Nein. Chorsingen fördert die Musikalität, schult das Gehör, übt Blattsingen und das mehrstimmige Singen.
Wenn ein Hobbysänger im Chor heiser wird, im Einzelunterricht jedoch nicht, so konzentriert sich seine Wahrnehmung der eigenen Stimme zu sehr auf das Gehör. Hier ist es dann empfehlenswert bewusst eine körperliche Wahrnehmung der Stimme zu schulen. Im Chor kann man seine Stimme nicht deutlich hören und den Klang über die Ohren kontrollieren, daher muss man wissen wie sich die richtige Gesangstechnik im Körper anfühlt. (Gleiches gilt auch für Sänger von Pop und Rockbands, die mit Gehörschutz auftreten und trotzdem technisch perfekt singen. Die Stimme wird über das innere Körpergefühl kontrolliert.)
Das alles setzt natürlich einen guten Chorleiter und eine richtige Stimmeinteilung voraus. Wenn man das Gefühl hat zu hoch/zu tief singen zu müssen, sollte man den Chorleiter darauf ansprechen.

Was bin ich ? Sopran/Mezzosopran/Alt/Tenor/Bariton/Bass?
Die ewige Frage nach der Stimmlage. In der Oper spricht man von Stimmfächern, dort hat die Zuordnung zu einem Fach nicht allein etwas mit dem Tonumfang zu tun, sondern mehr mit dem Charakter der Rolle, der dem individuellen Stimmklang (Timbre) des Sängers entspricht und entgegenkommt.
Für den Anfang kann man davon ausgehen, dass im Optimal-Fall die Singstimme nah bei der Sprechstimme liegt. Manchmal sprechen Menschen aber im Alltag nicht in ihrer natürlichen Stimmlage, sondern durch Stress- oder Blockaden bedingt höher oder tiefer. Im Rahmen der stimmlichen Arbeit, werden die Blockaden gelöst, die Sing- und die Sprechstimme entwickeln sich gemeinsam weiter und es können Höhen oder Tiefen dazu kommen, von denen vorher niemand etwas ahnte. Daher ist es empfehlenswert sich nicht zu schnell auf sein Stimmlage fest zulegen, oder festlegen zu lassen.

Was ist besser? Klassik oder Pop/Musical- Gesangstechnik?
Das hängt davon ab, was für Musik man singen möchte.
In der körperlichen Technik gibt es mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede. Vergleichbar mit den Handbewegungen eines Gitarristen, die sich auf einer Konzert- oder einer E-Gitarre rein motorisch gesehen wenig unterscheiden.
Die Atmung funktioniert gleich, die Klangbildung der Stimme ebenfalls, nur der Stimmklang, der individuelle „Sound“ wird auf unterschiedliche Art „nach draußen“, an das Ohr des Zuhörers gebracht, indem der Ton der Stimme anders in den Resonanzräumen des Körpers positioniert wird. Das klingt jetzt vielleicht einfach, umfasst aber eine jahrelange Ausbildung.

Was ist einfacher zu lernen?
Das kommt darauf an mit welcher Hörerfahrung der Schüler aufgewachsen ist und deckt sich meistens mit dem, was ihm besser gefällt. Was man viel gehört hat, mag und kennt, kann man leichter im Körper nachvollziehen und leichter lernen. Trotzdem ist es immer gut auch mal eine andere Technik auszuprobieren, dass gibt Flexibilität und erweitert den musikalischen und stimmlichen Horizont.